Mythos Kandare und Co. Wann macht es Sinn, umzusteigen?

Kandaren und Hebelgebisse, also gebrochene Trensen mit Anzügen, gibt es in allen Reitweisen, und das schon seit vielen hundert Jahren. HORSEMAN klärt über den Mythos Kandare auf und zeigt, wann es sinnvoll ist, umzusteigen bzw. ob und für wen es überhaupt Sinn macht, eine solche Zäumung zu benutzen. Fragt man einen Reiter, warum er mit Kandare oder Snaffle with Shanks (Wassertrense mit Anzügen) reitet, bekommt man immer eine der folgenden Antworten zu hören: 1. Ich muss, weil ich Turnier reite und das in meiner (Leistungs-)Klasse so vorgeschrieben ist. 2. Um feiner Einwirken zu können. 3. Weil ich sonst mein Pferd nicht halten kann.

Kandare. Wann, wie und warum?

Um Sinn und Unsinn hinter diesen drei Aussagen zu erkennen, muss die Kandare erst einmal näher betrachtet werden. Das Wort Kandare kommt ursprünglich aus dem ungarischen und bedeutete nichts anderes als Zaumzeug. Es beschreibt eine Stange mit einem Ober- und einem Unterbaum (Anzüge/Shanks) – die meisten haben diese Zäumung als einzelnes Mundstück vor Augen, quasi eine blanke Kandare. Wird ein Pferd auf Kandare geritten, ist meistens die Rede von einer Mischung aus Kandare und Unterlegtrense (Wassertrense/Zügelführung). Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, auf „blanker Kandare“ zu reiten, wie es etwa im Western-Sport üblich ist. Neben der eigentlichen Kandare mit einem starren Mundstück (Stange) und festen Ober- und Unterzügen gibt es auch viele Varianten, die man wohl eher als Hebelgebisse bezeichnen kann. Hier sind die Mundstücke oft gebrochen (z.B. Snaffle with Shanks) und die Anzüge beweglich.

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